Mit Inkrafttreten des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes (BStabG) können gesetzliche Krankenkassen gemäß § 130e SGB molekülübergreifende Rabattvereinbarungen für Gruppen innovativer, patentgeschützter Arzneimittel abschließen. Die betroffenen Molekülgruppen sind Janus-assoziierte Kinase (JAK)-Inhibitoren, Calcitonin-Gene-Related-Peptide (CGRP)-Antagonisten, Poly-ADP-Ribose-Polymerase (PARP)-Inhibitoren, Proproteinkonvertase Subtilisin/Kexin Typ 9 (PCSK9)-Inhibitoren und Programmed Cell Death-1-Rezeptor/Programmed Cell Death-ligand-1 (PD-1/PD-L1)-Inhibitoren.
Für pharmazeutische Unternehmen hat dies erhebliche Auswirkungen:
- Verstärkter Preiswettbewerb in Form von Ausschreibungen für patentgeschützte Produkte in bestimmten Indikationen
- Die AMNOG-Nutzenbewertung und die nutzenorientierte Preisgestaltung werden durch mögliche Exklusivverträge ergänzt
- Die Verordnungssteuering wird durch Rabattverträge mit beeinflusst.
- Eine neue strategische Aufgabe: Der neue gesetzliche Rahmen erfordert Maßnahmen seitens der Hersteller, die ihre Marktanteile sichern oder ausbauen wollen.
Was sollten Hersteller jetzt tun?
- Marktanteile, Wettbewerber, Preisstrukturen und Verordnungsmuster für jede Indikation separat erfassen
- Die therapeutische Vergleichbarkeit in der Indikation systematisch analysieren
- Die Aktivitäten der gesetzlichen Krankenkassen genau überwachen
- Vorbereitung auf mögliche Ausschreibungsstrategien
Die Erstattungslandschaft in Deutschland verändert sich rasant, und eine frühzeitige Vorbereitung wird entscheidend sein.